Man kann ein Heimkinosystem als Komplettanlage erwerben, AV-Verstärker und Boxen-Sets separat kaufen oder ein Heimkinosystem nach eigenen Vorstellungen realisieren. Wer den Kick des dramatischen Kinosounds erfahren will, darf beim aktiven Subwoofer nicht sparen. Wer nur gelegentlich nach Dolby oder anderer Software codierte Filme ansieht, aber Wert auf eine gute Musikwiedergabe legt, muss besonders das Zusammenspiel vom Verstärker mit den Frontlautsprechern beachten, also die Stereoanlage im Heimkinosystem sehen.
Als AV-Verstärker werden zumeist Receiver eingesetzt, da das elektronische Tunerbauteil kaum Platz und Leistung beansprucht. Die Tuner der neuesten Generation verarbeiten allerdings auch Internet Radio und andere Online Soundquellen sowie Satellitenrundfunk. Bei der Musikwiedergabe spielen die Endverstärker zusammen mit den Netzteilen die größte Rolle. Viele gute AV-Geräte bis zur 1.000 Euro-Schwelle können die angegebenen Leistungen pro Kanal simultan nur kurzfristig erzeugen, eignen sich aber hervorragend als Stereoverstärker bis um 100 Watt Dauerleistung an 8 Ohm. Full High Sound Quality bei einem 7.1 Gerät mit 100 Watt Dauerleistung und mehr pro Kanal verlangt nach enormen Netzteilen mit bis zu 2 Kilowatt (!) Leistungsaufnahme bei kompromisslosen Spitzengeräten. Für das neue Spitzengerät von NAD, den T 785 HD, werden 7 x 120 Watt Mindestdauerleistung angegeben. Das Doppelnetzteil mit zwei Ringkerntrafos drückt sich deshalb auch in einem Nettogewicht von 21 Kilogramm aus. Der Denon AVR 4810 soll sogar bei jedem seiner 9 (!) diskreten Kanäle nicht ganz glaubwürdige 180 Watt bringen, die Leistungsaufnahme wird aber lediglich mit 910 Watt angegeben. Er wiegt auch nur (!) 19 Kilogramm. Ähnliches gilt für den Marantz SR 7005. Die Spitzenmodelle von Onkyo gehören seit einiger Zeit zu den Schwergewichten um 30 Kilogramm. Ihre gewaltigen Musikleistungen bringen all diese Flaggschiffe der Preislagen um 2.000 bis 3.500 Euro allerdings vor allem durch überdimensionierte Kondensatoren.
Die schier unzähligen Möglichkeiten der Decodierung des Klangs, kombiniert mit integrierten Computern für die Bildver- und bearbeitung können einen Einsteiger ebenso zur Verzweiflung bringen wie die Rückseiten dieser Geräte. Man muss hier schon von integrierten AV-Netzwerkprozessoren wie beim “Vorverstärker” PR SC5507 von Onkyo sprechen, die u.a. analoge Videosignale auf HDMI hochkonvertieren können. Normalverbraucher sind schon mit AV-Receivern der Preisklassen ab 300 Euro aufwärts recht zufrieden, wie sie von den meisten Audio-Markenherstellern angeboten werden. Doch bereits diese schreien nach Schulung, wollte man sie ganz nutzen.
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